C-Zustand

Eine Momentaufnahme

Alles könnte anders sein – wenn man sich so manch einen Raum im Theater Bielefeld derzeit anschaut, ist das nicht abzustreiten. Die aktuelle Lage (be)trifft jede*n Einzelne*n von uns; privat ebenso wie beruflich.

Auch eine Kulturinstitution wie das Theater ist davon nicht ausgenommen und verändert sich in diesen Zeiten. Gemeint sind nicht die wirtschaftlichen Aspekte, die inzwischen hinlänglich bekannt sein dürften. Vielmehr geht es um das Theater als »Haus«, als Ort, an dem verschiedenste Künste zusammenkommen und kreativ miteinander arbeiten. Diese gemeinsame Arbeit ist in den letzten Wochen nur sehr eingeschränkt (bis gar nicht) möglich gewesen: Der Probenbetrieb steht still, üben können die Darsteller*innen nur noch in ihren eigenen vier Wänden.

Mit ihnen und den anderen »künstlerisch Tätigen« des Theaters Bielefeld ist ein großer Teil der Mitarbeiter*innen ins Homeoffice umgezogen. Was dieser Zustand mit einem Haus macht, das normalerweise mit viel Leben, Trubel und Kreativität gefüllt ist, dokumentieren die ausgewählten Bilder. Die veränderte Atmosphäre war anfänglich erschreckend, sprudeln doch sonst aus jeder Ecke Ideen, Tatendrang und Witz. Die leeren Flure und Räume, in denen eigentlich Tag für Tag Menschen zusammenkommen, um stets das Beste für die Zuschauer*innen (aus sich) herauszuholen, hatten etwas Beklemmendes. Macht man sich allerdings frei von dem Gedanken des »Fehlens«, kann man eine neue Stimmung wahrnehmen, die das Haus durchströmt. Es zeigt sich eine ganz eigene Ästhetik – ein »C-Zustand« sozusagen. Wenn ein Theater – sonst bis zum Rand gefüllt mit Menschen und Kreativität – auf einmal vor allem von Leere geprägt ist, entwickelt sich ein neuer Blick auf die vielen Räumlichkeiten. Schaut man genau hin, zeigt sich das Theater gerade zwar von einer (mir) bisher unbekannten, aber durchaus schönen Seite.

Besonders eindrücklich sind die Bilder sicher für diejenigen, die die Orte unter normalen Umständen kennen. Für alle anderen sei gesagt: »Normal« ist es definitiv nicht, eine gänzlich nackte Probebühne vor die Linse zu bekommen oder im Kulissenlager auf ein leeres Regal zu stoßen.

Und obwohl diese veränderte Atmosphäre durchaus ihren Charme hat, freuen wir uns sehr darauf, dass bald viele Beteiligte zurückkehren und wieder Leben in die Bude kommt! Schritt für Schritt – und natürlich mit genügend Abstand!

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