»wir sind viele« – aber wer bist eigentlich du? // Mikrofonexpedition #1

Wer als Praktikant_in oder neue_r Mitarbeiter_in ans Theater Bielefeld kommt sieht sich im ersten Moment einer großen Aufgabe gegenüber: Sich zurecht zu finden in einem Labyrinth aus Fluren, Treppen und Zimmern, sich einen Überblick zu verschaffen über die vielen Vorstellungen der drei Sparten Schauspiel, Gesang und Tanz, aber auch über die Specials und besonderen Veranstaltungen, die das Theater immer wieder selbst veranstaltet oder an denen es sich beteiligt. Und nicht zuletzt die 350 verschiedenen Persönlichkeiten kennenzulernen, die hier am Theater arbeiten, sich ihre Namen und Aufgabenbereiche zu merken.

Das Spielzeitmotto wir sind viele beschreibt die Vielfalt verschiedener Persönlichkeiten hier am Theater sehr gut. Das Theater-WIR besteht eben aus VIELEN. WIR meint hier nicht die Konformität einer Masse, sondern die Individualität jedes Einzelnen als Teil dieses WIR, dieser Gemeinschaft. Viele Einzelne, die gemeinsam ein Ziel verfolgen. Wie bei einem Uhrwerk greift dabei ein Zahn in den anderen. Und oft entstehen in den meist nur sechs Wochen konkreter Vorbereitung auf eine Premiere an allen Ecken kleine Wunder. Jeder hat seinen Teil beizutragen, niemand ist entbehrlich.

Den Eindruck, den ich während meines Praktikums hier am Theater Bielefeld gewonnen habe, möchte ich teilen. Deshalb habe ich mich auf eine Expedition durch die Gänge des Theaters gemacht und bin bis in den letzten Winkel vorgedrungen, um mich auf die Suche nach den verschiedenen ICHs hinter dem WIR, den VIELEN, zu machen. Dabei habe ich Menschen kennen gelernt, die ich vorher nicht oder nur vom Sehen kannte. Ich habe herausgefunden, wo im Haus sie arbeiten, wer sie sind, was sie bei ihrer Arbeit motiviert und was »Bielefeld« für sie bedeutet. Ich habe ihnen vier Fragen gestellt. Ihre Antworten werden als Stimmcollage und in Form einer kleinen Reihe nach und nach hier auf dem Blog erscheinen. Es sind Antworten, die das Spielzeitmotto wir sind viele wunderschön widerspiegeln. Die wichtigste Frage war natürlich: wir sind viele – aber wer bist eigentlich du?

Was zu Beginn meines Praktikums schier unmöglich erschien, hat sich mir dann zum Glück doch sehr schnell erschlossen. Zwei Monate lang durfte ich Teil des WIR sein, eine der VIELEN. Zum Theater-WIR gehört aber natürlich immer auch das Publikum. Denn Theater ohne Publikum – das gibt es nicht. Und so werde ich mit zwei lachenden Augen auf meine kurze Zeit am Theater zurück blicken. Schließlich bleibe ich doch Teil des WIR – nun allerdings wieder als Zuschauer vor der Bühne.

Hat dir gefallen, was du gelesen hast?

2 Kommentare:

  1. Alles reichlich informell und sehr lesenswert, so auch die vielen Hinweise auf das an Schaltstellen des Theaters tätige Personal. Nicht in jedem Fall ist Erfolg angesagt, wenn es gilt, sich gezielt mit bestimmten Personen dort in Kontakt bringen zu wollen, sollen oder müssen. Verständlich: Daten- und Personenschutz u.s.w.
    Dennoch: Weiter so auf der Erfolgsschiene!

    Künstlerhilfe-Sozialwerk e.V. (KSW)

    1. Herzlichen Dank für das nette Feedback!

      Beste Grüße aus dem Theater Bielefeld,
      Dr. Laura Sulzbacher
      Referentin für Online-Marketing

Kommentare geschlossen.