Eine höhö…herzerwärmende Angelegenheit

Ein Beitrag von Julienne Gliniors

Meine Sing- und Tanzkünste ähneln derzeit vermutlich mehr denen des eingerosteten Blechmanns aus dem diesjährigen Familienstück zur Weihnachtszeit Der Zauberer von Oz, bevor er auf Dorothy und die Vogelscheuche trifft. Deswegen bin ich umso mehr beeindruckt, was alles an einem märchenhaften Ort passieren kann und mit welcher Liebe und mit welchem Talent die diesjährigen Schauspieler*innen und Sänger*innen, nicht zu vergessen Alle, die hinter der Bühne stehen, das Stück zu dem machen was es ist: ein herzerwärmendes, lustiges Stück für Jung und Alt.

In Der Zauberer von Oz wird Dorothy, die mit ihrer Tante Em und ihrem Onkel Henry auf dem Land in Kansas wohnt, durch einen Sturm samt Haus in das märchenhafte Land Oz katapultiert. Dort trifft sie auf wundersame Wesen, mit denen sie sich auf den Weg macht, um den Zauberer zu finden. Denn Dorothy hat nur einen Wunsch: sie möchte zurück nach Hause. Mit dem Blechmann ohne Herz, der Vogelscheuche ohne Hirn und dem Löwen ohne Mut, kann das Abenteuer beginnen!

Schon als Kind habe ich die Familienstücke im Stadttheater Bielefeld mit Begeisterung geschaut. Aber auch noch heute sehe ich mir das jährliche Familienstück gerne mit Freunden oder meiner Familie an. Dieses Jahr bin ich Praktikantin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, genau passend zu den Proben und der Premiere am vergangenen Samstag! Besonderer Vorteil an einem Praktikum am Theater: Der Blick hinter die Kulissen! Bei meinem ersten Probenbesuch, vor etwa einem Monat, wurde noch an den Schritten und Abläufen gefeilt und im Hintergrund war nur eine unfertige Kulisse zu sehen, die zwar erahnen ließ wie später das Bühnenbild ausschauen mag, aber auch noch viel Fantasie für mich als Zuschauerin offen stellte. Die Französin Charlotte de Montcassin, die mehrfach über die Bühne tanzte, wurde mit der Rolle der Dorothy vor eine sprachliche Belastungsprobe gestellt. Der Löwe, von Jan Hille verkörpert, sah noch gar nicht so pelzig aus und nach unzähligen Versuchen wurde auch der Blechmann (John Wesley Zielmann), der von Blech bisher kaum bedeckt war, von seinem gönö…generellen Problem – dem Eingerostetsein – befreit. Als die vier Abenteurer zusammen loszogen, um den Zauberer von Oz zu finden, endete der hölzerne Weg noch in die Leere der Theaterbühne. Das dabei gesungene Lied sorgte bei mir allerdings auch noch nach der Probe für einen Ohrwurm …

v.l.n.r. Dorothy (Charlotte de Montcassin), Vogelscheuche (Alexander Stürmer), Löwe (Jan Hille), Blechmann (John Wesley Zielmann) © Philipp Ottendörfer

Einen Tag vor der Premiere hat das Bühnenbild gänzlich an Farbe zugelegt, der hölzerne Weg ist mittlerweile grün und endet in einer märchenhaften Landschaft und die Schauspieler*innen laufen in ihren fertigen Kostümen durch das Theater. Während Dorothy mittlerweile blonde lange geflochtene Zöpfe trägt, ist das Kostüm der Vogelscheuche, gespielt von Alexander Stürmer, der darin eine beachtliche Masse mit sich trägt, nicht mit zu wenig Stroh befüllt. Kaum zu glauben, dass in so kurzer Zeit ein ganzes Stück auf die Beine gestellt wird!

Aber nicht nur die Schauspieler*innen, Maskenbildner*innen, Bühnenbildner*innen und viele weitere haben die letzten Vorbereitungen in den Tagen vor der Premiere getroffen. Auch die Abteilung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat noch kurz vorher das letzte Gadget für die kleinen Theatergänger*innen ‚gefaltet‘: Ein Programmheft mit einer kleinen Bastelei für alle Kinder, die auch mal in die grüne Smaragdstadt reisen wollen!

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