Die blinden Schwestern

Zum Ensemble-Projekt »Voluptas & die hungrigen Kinder« ist auch ein Kurzfilm von den Schauspielerinnen Brit Dehler, Doreen Nixdorf und Carmen Priego entstanden, der während der Vorstellung gezeigt wurde. Die komplette Aufführung können wir momentan nicht zeigen, aber wenigstens den Film wollen wir euch nicht vorenthalten. Hier der Text aus dem Programmheft:

DIE BLINDEN SCHWESTERN ist ein Hybrid, changierend zwischen Märchen, Horrorfilm und Kunstinstallation. Das filmische Gedicht erzählt von einer brennenden Welt. Einer Welt, die sich immer mehr dem Zugriff des Menschen entzieht, eben weil der Mensch die Welt nur noch als bezifferbare Verfügungs­masse betrachtet, als DING. 
 
Diese Schwestern sind postmoderne Hexen. Ihr Wahlspruch: 
 

Wir arbeiten für Sie an der Wiederverzauberung 

der Welt, wir bitten Sie eventuelle Störungen im 

gewohnten Ablauf zu entschuldigen.

Die Schwestern gehen in den Wald, um durch Magie die Brände zu löschen. Dort, im Herzen der Finsternis, müssen sie feststellen, dass sie selbst Teil dieser Finsternis sind. 
 
Hamartia, die Älteste, wird dann nach altem Rezept in einen Salamander verwandelt, ein Tier, das seit der Antike imstande ist Feuer zu löschen. Doch alles hat seinen Preis.
 
Die Frage, wo der Mensch auf der Grenze zwischen Natur und Kultur zu verorten ist, steht im filmischen Raum. Wie können wir uns Welt aneignen, ohne die sprichwörtliche Axt im Walde zu sein? Ein ZURÜCK ZUR NATUR kann nicht die Antwort sein. Die magische Handlung, die eigentlich POESIE heißt, lässt hier die neue Welt entstehen. Ein elektrisches, postheroisches Zeitalter, in dem die Welt zur Mitwelt wird.
 
Eine assoziative, dunkle, lustige Zeitenwende. 

AUS KINDERHARMONIEN SIND EINST

DIE MENSCHEN HERVORGEGANGEN.

SIE WERDEN AUCH WIEDER DER ANFANG

EINER NEUEN WELT SEIN.